Zur Jahreswende: Gut gemachter deutscher Sekt ist spannend – mit Freunden probieren!


Lange nichts „Privates“ und „Entspannendes“ mehr geschrieben. Und dass, obwohl meine Borussia, die einzig wahren Fohlen, hervorragend durch die Liga galoppieren und sich sogar mit Gunnar das Auswärtsspiel in Hoffenheim sehen durfte. Da waren sie nicht so dolle, aber insgesamt …

Doch heute soll es pünktlich zum Jahresende um ein anderes Thema gehen: um Sekt. Und da lasse ich mal den Captain sprechen:

Billiger Industriesekt verklebt den Blick auf die wirklich guten Sekte in Deutschland. Das hat auch viel mit Faulheit zu tun.

Der Artikel erschien gerade rechtzeitig vor den Feiertagen auf SPIEGEL-Online → Winzersekt macht Champagner Konkurrenz.

Es geht darin um traditionell flaschenvergorenen Sekt aus Deutschland und wie er dem Champagner Konkurrenz macht.

Beim Lesen des Artikels gerät man ins Staunen. Denn wer dort (neben Erfolgswinzer Volker Raumland) hauptsächlich zu Wort kommt, sind die Chefs der Sektkonzerne Henkell und Rotkäppchen-Mumm.

Das ist so, als würde man mit Alexander Gauland über die schönsten Suren des Koran sprechen. Oder mit Daniela Katzenberger über die Bedeutung von Pina Bausch für den zeitgenössischen Tanz.

…, was uns aus deutschen Sektfabriken auf den Tisch gestellt wird, ein Äquivalent zur Supermarktwurst und die Herstellung ist sehr kritisch zu betrachten.

über Die Wahrheit über Sekt aus Deutschland | Captain Cork

Den referenzierten Spiegel- bzw. dpa-Artikel gibt es hier. Kurz gefasst: Es gibt auch aus meiner Sicht besseren Sekt als den von Mumm oder Henkell. Ganz sicher. Wo liegt der Unterschied. „Industriesekt“ wird im Tank „produziert“. „Richtiger“ Sekt wird aufwändiger in der Flasche „gemacht“. Wieder Captain, mein Captain:

Alle Sekte – egal wie teuer oder billig – werden aus bereits fertig vergorenem Wein hergestellt, der einer zweiten Gärung zugeführt wird. Das gilt auch für Champagner, Crémant und spanische Cava. Gemeinsames Kennzeichen ist die sogenannte Perlage aus Kohlendioxid, die dem Getränk in Gestalt kleiner Blasen entweicht.

Beim traditionellen und aufwendigen Flaschengärverfahren findet die zweite Gärung in der Flasche selbst statt. Nach mindestens 9 Monaten Ruhezeit auf der Hefe (bessere Sekte liegen 3 Jahre und länger, um Textur und Aromen optimal auszubilden), erfolgt das sogenannte Degorgement, auch Enthefen genannt. Dabei wird die Flasche auf den Kopf gestellt und die Hefe im Stickstoffbad vereist. Sie schießt beim Öffnen durch den eigenen Druck aus dem Flaschenhals. Dann füllt man die sogenannte Dosage nach und verkorkt die Flasche. Fertig. Bei entsprechender Sektmacherkunst zeichnet sich das Endprodukt durch eine weiche und erfrischende Perlage aus natürlich entstandener Kohlensäure aus.

über Die Wahrheit über Sekt aus Deutschland | Captain Cork

Perlage hin, Perlage her, vor allem schmecken muss er. Und in den vergangenen Monaten habe ich bewusst immer mal wieder deutschen Winzersekt bestellt. Dazu gehört auch der vom Sekthaus Solter mit dem der Captain kreierte, der Blanc de Blanc Zéro Brut Nature. Das ist Cuvée – eine Mischung – aus Chardonnay und Weißburgunder. Natürlich trocken, sehr trinkbar, eher dezent zu Beginn, der dann sein Aroma entfaltet: 3 bis 4 von 5 möglichen „Punkten“.

Mein Favorit: Der Eymann Pinot Noir Rosé Brut, wie es der Name sagt, ein Rosé aus der Spätburgundertraube. Beim Sekt bin ich eh ein Rosé-Fan und war deshalb begeistert vom Geschmack. „Kein Wunder, dass die Jury ihn zum Sieger der Kategorie Rosé-Sekt gekürt hat.“ Wenn ich Punkte geben müsste, würde ich hier das Täfelchen mit der vollen Punktzahl ziehen.

Wir wohnen ja in „Ewerschtt“ (Neudeutsch: Darmstadt-Eberstadt), am Beginn der Hessischen Bergstraße und mit den dortigen Weinen konnte ich mich bisher nicht so richtig anfreunden. Umso erstaunter war ich, dass ein Bergsträsser Riesling-Sekt den 1. Platz beim Deutschen Sektpreis gewonnen hat: der Griesel – Riesling 2015 Brut. Das ist ein Favorit meiner Frau, die hier sicher mindestens 4 Punkte geben würde.

Ihr seht: Man kann sich dem Thema durchaus intensiv widmen und ausprobieren, was einem so schmeckt. Es ist immer wieder spannend und ja, nicht immer kommt der Geschmack, den man erwartet. Mir macht es aber Spaß und ich könnte hier noch einige Sekte aufzählen, die ich kürzlich (Krack Rosé Brut 2016, Krack Blanc de Blancs 2016 Extra Brut) oder auch vor längerem (Von Buhl Riesling Brut 2016 , hochgelobt, mir zu „furztrocken“ oder die Sekte von Andres & Mugler, durchprobieren, sehr empfehlenswert) probiert habe.

Gut gemachter deutscher Sekt ist spannend, ebenso, wie seine eigenen Präferenzen und Lieblingstrauben und Cuvées herauszufinden. Allerdings muss man auch offen sein: Die Sekte liegen im Preis meist zwischen 12 und 18 Euro. Qualität und oft Handarbeit haben ihren Preis. Ich kann das „Probieren“ nur empfehlen, denn es macht sehr viel Spaß, gerade auch zusammen mit Freunden. Wer sucht, der findet online (siehe meine Links in diesem Beitrag) oder auch bei seinem lokalen Weinhändler, den ich natürlich auch sehr ans Herz lege. Und eines nicht vergessen: Bei allem „Gelabere“ muss der Sekt vor allem schmecken!

In diesem Sinne einen guten Rutsch!

(Stefan Pfeiffer)

 

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