Das Smartphone auf Rädern


Ein Thema, das für alle drei Blogs, in denen ich gerade aktiv bin, interessant sein könnte und auch leicht modifziert im StefanPfeiffer.Blog und CIOKurator erscheint: „Isch habbbäää gar kein Audddddooooo“, so könnte ich eigentlich auch analog zum bekannten Werbespot sagen. Nein, ich habe das Privileg seit einigen Jahren einen Dienstwagen fahren zu dürfen. Seit rund einem halben Jahr ist es ein A4 Kombi, Pardon, Avant, mit dem ich sehr zufrieden bin, den Maoanzug des Managers, wie mein Freund Jörg mal gesagt (aber mehr zu Warum Audi am Ende als eher belangloser Anhang).

Ja, bis … bis auf die Funktionalität meines iPhone im Wagen und die generelle Integration von Smartphones. Trotz schon besser gewordenen Komforts – Stichwort CarPlay – hakt es noch an allen Ecken und Enden. Da werde ich natürlich hellhörig, wenn Daimler-Chef Zetsche zur Präsentation der neuen A-Klasse vom Smartphone auf Rädern spricht.

Doch einen Schritt zurück: Seit Jahren ist es gerade deutschen Autobauern nicht gelungen, Smartphones intelligent in ihre Fahrzeuge zu integrieren. Sie wollten es wohl auch gar nicht, denn insbesondere an den Navigationssystemen hat man ja richtig fett Kohle verdient. Wer unterstützt dann schon ein Android-Gerät oder iPhone, wo leistungsfähige Navis mitgeliefert oder vergleichsweise für einen Apfel und ein Ei zu haben sind? Die Sprachassistenten vegetieren auch nebeneinander her. Man trifft – so wie jetzt im Audi – eher die entweder-oder Wahl, entweder die von Audi bereitgestellten Funktionen oder die des iPhone.

Ok, ich will fair sein. Auch Carplay von Apple ist keines Ruhmesblatt. Seit Jahren hat sich dessen Funktionalität eigentlich nicht verbessert. (Bei Android kann ich nicht mitreden). Neue Apps kommen nicht dazu. WhatsApp gibt es natürlich nicht auf Carplay. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Für mich sinnvoll erscheinende Funktionen wie E-Mails vorlesen? Fehlanzeige.

Nun verspricht also Mercedes, dass alles besser wird. Mercedes feiert mit der A-Klasse eine Premiere und stellt das neue Multimediasystem MBUX – „Mercedes-Benz User Experience“ – vor:

Statt Knöpfen, Reglern und unpräzisen Touchpads lässt sich das Auto über einen cleveren Sprachassistenten steuern. Mercedes hat die Steuerung selbst entwickelt. Apples Siri oder Amazons Alexa lassen sich zwar verknüpfen, aber darauf angewiesen sind die Stuttgarter nicht. Das Credo: Künstliche Intelligenz können auch die Schwaben, nicht nur die Vorreiter aus dem Silicon Valley.

via Daimler präsentiert seine Mercedes A-Klasse

Ich bin wirklich gespannt, wie die – neudeutsch – „User Experience sein wird. Gespannt als Autofahrer und gespannt, weil IBM Watson-Technologie mit in „Hey Mercedes“ steckt. Das, was man liest, klingt vielversprechend: „Mir ist kalt“  genügt, damit die Heizung wärmer geschaltet wird. „Ich habe Hunger“ führt zum nächsten Restaurant. Auf jeden Fall werde ich mir das mal anhören und anschauen.

Und ja, um es in die richtige Perspektive zu rücken: Angesichts von Dieselgate ist sicherlich die Frage, mit welchem Antrieb wir künftig fahren werden, wichtiger wie die Integration von Smartphone und künstlicher Intelligenz in die Fahrzeuge von heute und morgen. Trotzdem darf man aber darüber nachdenken.

Warum Audi?

Und jetzt – wirklich als Anhang nur hier auf ei-gude-wie – wie versprochen mein persönliches Warum Audi? Mein VW- und Audi-Händler ist 500 Meter von mir weg. Es ist ein vergleichsweise kleiner Händler, bei dem ich (und meine Frau) die Inspektion machen lasse. Ich unterstütze bewusst diesen lokalen Händler, da der „große“ Audi-VW-Skoda-Porsche-Händler hier vor Ort in Darmstadt es ganz offensichtlich nicht mehr nötig hat …

Es nicht mehr nötig haben ist auch das Stichwort, warum und wie ich zu Audi gekommen bin. In Bad Homburg, wo ich damals arbeitete, bin ich zum dortigen BMW-Händler gegangen, um mir Wagen anzuschauen. Das hat keinen der Verkäufer interessiert, also dann nicht. Beim dortigen Audi-Händler war das ganz anders. Ok, es kommt noch ein Effekt dazu: Ein damaliger Kollege meinte: Ich kann doch nicht mit einem VW oder Audi auf den Golfplatz fahren. Die denken ja, ich sei arbeitslos. Bingo, dann gerade Audi. Ganz so ernst habe ich unseren damaligen Vertriebsleiter nicht genommen, der auch mal sagte: Da steht doch wieder so ein Audi mit 180 auf der linken Spur. Könnte aber auch ein Funken Wahrheit dran sein.

Mercedes? War mir vor 20 Jahren zu bieder. Musste eine Zeit lang einen E-Klasse Kombi – den mit den runden Augen – fahren und auch die anderen Modelle haben mir nicht so gefallen. Da hat sich in den vergangenen Jahren im Design viel getan und meine Entscheidung ob A4 oder Mercedes CLA Shooting Brake war sehr knapp. Die „neue“ A-Klasse, die nach dem Elchtest, finde ich persönlich geschmacklich in ihrer Klasse im Vergleich zu BMW, Audi und VW am besten gelungen. Aber über Geschmack …

Und in 4 Jahren sollten bei meiner Entscheidung andere Kriterien wichtig sein, beziehungsweise ich habe dann hoffentlich – jenseits der Frage ob Dienstwagen, privat oder überhaupt Wagen – die Wahl unter alternativen Antriebskonzepten. Smartphone auf Rädern hin oder her. Da spielt die eigentliche Musik.

(Stefan Pfeiffer)

[Das Foto des neuen A-Klasse-Cockpits stammt aus der entsprechenden Pressemappe von Daimler. Herzlichen Dank, Sascha Pallenberg, für den Link. Alle Bildrechte liegen beim Daimler.]

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2 Kommentare zu „Das Smartphone auf Rädern

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